Die Stadt Siegen ist als Trägerin der Feuerwehr auch für den Rettungsdienst zuständig.
Nach § 6 Absatz 2 des Rettungsgesetzes NRW (RettG NRW) sind neben den Kreisen und kreisfreien Städten insbesondere die großen kreisangehörigen Städte verpflichtet, Rettungswachen zu betreiben; mittlere kreisangehörige Städte übernehmen diese Aufgabe, soweit sie Aufgaben des Bedarfsplans nach § 9 Absatz 1 wahrnehmen.
Damit ist die Universitätsstadt Siegen gesetzlich zur Trägerschaft der Rettungswachen verpflichtet.
Die Feuer‑ und Rettungswache in der Weidenauer Straße wurde 2010 zusammen mit der Kreisleitstelle in einem Gefahrenabwehrzentrum gebaut. Durch die Bündelung von Feuerwehr, Rettungsdienst und Leitstelle ist eine schnelle Hilfe im Stadtgebiet möglich.

Aktuelle Einsatz‑, Personal‑ und Strukturdaten (Stand 2026)
Schichtsystem: Die drei hauptamtlichen Wachabteilungen der Berufsfeuerwehr arbeiten im 24‑Stunden‑Rhythmus. Es wird zwischen Brandschutz und Rettungsdienst rotiert, da alle hauptamtlichen Kräfte zusätzlich eine Rettungssanitäter‑ oder Notfallsanitäter‑Qualifikation besitzen.

Personal: Der Einsatzdienst umfasst derzeit 60 Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (Beamte und Tarifbeschäftigte), 1 Rettungsassistenten (Beamter) und 34 Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter (Beamte und Tarifbeschäftigte). Insgesamt arbeiten 110 hauptamtliche Rettungsfachkräfte im Schichtdienst. 

Die Feuerwehr stellt zudem ein Besatzungsmitglied für den Rettungshubschrauber Christoph 25 und besetzt das Notarzteinsatzfahrzeug mit einem Notfallsanitäter.

Demographie: Die Berufsfeuerwehr Siegen beschäftigt 150 Beamtinnen und Beamte bzw. Tarifangestellte; davon sind 131 Männer (Durchschnittsalter ≈ 41,1 Jahre) und 19 Frauen (Durchschnittsalter ≈ 34,5 Jahre).

Einsatzgebiet: Das Einsatzgebiet umfasst das gesamte Stadtgebiet Siegen mit etwa 105 000 Einwohnern und einer Fläche von rund 115 Quadratkilometern; Abschnitte der A 45 und der Hüttentalstraße (HTS) gehören ebenfalls dazu. Der Stadtteil Eisern wird aufgrund kürzerer Wege i.d.R. von der Rettungswache Wilnsdorf versorgt.

Einsatzzahlen: Die Zahl der Rettungsdiensteinsätze ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Aktuell werden pro Jahr rund 15 000 Einsätze gefahren; etwa 2 900 dieser Einsätze erfordern zusätzlich einen Notarzt oder eine Notärztin.

Fahrzeuge: Für den Rettungsdienst stehen vier Rettungswagen (RTW) im 24‑Stunden‑Dienst, ein RTW als Tagdienstfahrzeug, ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) und eine technische Reserve bereit.

Fort- und Weiterbildung:
Alle im Rettungsdienst eingesetzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen jährlich mindestens 30 Stunden Fortbildung absolvieren. Diese Fortbildungen werden gemeinsam vom Kreis Siegen‑Wittgenstein, dem Deutschen Roten Kreuz, der Feuerwehr Siegen, dem Malteser‑Intensivtransport und weiteren Partnern organisiert. Sie bestehen aus einem E‑Learning‑Anteil (ca. 5,5 Stunden) sowie drei Präsenztagen am Flughafen Siegerland. Inhalte sind u. a. Seminare der DBRD‑Akademie (Deutscher Berufsverband Rettungsdienst), Emergency Pediatric Care (Notfallversorgung von Kindern), Teamfortbildungen und Szenario‑Trainings. Zusätzlich finden Austauschgespräche mit dem Kreisbrandmeister und der ärztlichen Leitung sowie Zertifizierungsgespräche mit dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst statt. 


Qualitätsmanagement im Rettungsdienst
Die Feuerwehr Siegen legt großen Wert auf Qualitätsmanagement (QM), um die Patientenversorgung kontinuierlich zu verbessern und Anregungen aus der Belegschaft sowie von Bürgerinnen und Bürgern systematisch zu verarbeiten. Dafür setzen wir digitale Werkzeuge ein:

  • Lob‑ und Beschwerdemanagement: Über ein intern und extern erreichbares Formular können Lob und Beschwerden erfasst werden. Externe Einreicher erhalten automatisch eine Eingangsbestätigung per E‑Mail, interne Einreicher können den Bearbeitungsverlauf selbst nachverfolgen. Jeder Beitrag wird kategorisiert und klassifiziert; aus den Rückmeldungen werden Maßnahmen abgeleitet und überwacht. Zum Schutz der Betroffenen werden die Daten der Beschwerdeführenden nur den involvierten Mitarbeitenden zugänglich gemacht. Nach Abschluss des Vorgangs erfolgt eine anonymisierte Speicherung gemäß DSGVO. Regelmäßige statistische Auswertungen helfen, Verbesserungspotenziale zu erkennen.
  • Ideen‑ und Fehlermanagement: Ein internes Formular dient der Meldung von Ideen, Fehlern und kritischen Ereignissen. Nach Prüfung durch die Annahmestelle können Beiträge für alle Anwender sichtbar geschaltet werden; Nutzer können sichtbare Beiträge kommentieren, und Aktualisierungen werden auf der Startseite angezeigt. Eine Anonymisierungsfunktion schützt die Melder. Der Bearbeitungsverlauf bleibt für die Einreicher nachvollziehbar, die Hauptverantwortung für die Vorgangsbearbeitung wird festgelegt. Auch hier werden Maßnahmen abgeleitet und überwacht, Beiträge kategorisiert und klassifiziert sowie statistisch ausgewertet.
  • Durch dieses Qualitätsmanagementsystem stellt die Feuerwehr Siegen sicher, dass Rückmeldungen aus der Bevölkerung und aus den Reihen der Mitarbeitenden konstruktiv genutzt werden und in Verbesserungsmaßnahmen münden.



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